Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen zum Thema

Unionswerte

Icon Werte der Union

Status

Geschlossen

Beginn

16. Dezember 2021

Frist

29. März 2022

Budget

51.000.000 €

ID

CERV-2021-CITIZENS VALUES

Hinweis

Auszug (Inoffizielle Übersetzung)

Offizieller Titel

Schutz und Förderung von Unionswerten

Ziele

Das übergeordnete Ziel dieses Calls ist der Schutz und die Förderung der Grundrechte und -werte der EU sowie die Sensibilisierung für diese Rechte und Werte durch die Unterstützung lokaler, regionaler und/oder nationaler Organisationen der Zivilgesellschaft und den Ausbau ihrer Kapazitäten, wodurch auch die wirksame Anwendung der Charta und die Achtung der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie in der EU gestärkt werden.

Ziel dieser Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ist es, eine begrenzte Anzahl von Intermediären in möglichst vielen Mitgliedstaaten auszuwählen und zu unterstützen, die in der Lage sind, die Kapazitäten einer großen Anzahl von Organisationen der Zivilgesellschaft (CSO), die auf lokaler, regionaler und/oder nationaler Ebene in den vom CERV-Programm abgedeckten Bereichen tätig sind, auszubauen, auch durch die Bereitstellung finanzieller Unterstützung.

Kleine, abgelegene und ländliche zivilgesellschaftliche Organisationen an der Basis erreichen: Die Intermediären sollten kleinen, abgelegenen und ländlichen Organisationen an der Basis Vorrang einräumen, die in der Regel über begrenztere Kapazitäten und Finanzierungsquellen verfügen.

Unter einer zivilgesellschaftlichen Organisation (CSO) ist eine Organisationsstruktur zu verstehen, deren Mitglieder durch einen demokratischen Prozess dem Allgemeininteresse dienen und die die Rolle einer Vermittlerin zwischen staatlichen Behörden und Bürger:innen spielt. Nach Auffassung der EU gehören zu den Organisationen der Zivilgesellschaft alle nichtstaatlichen, gemeinnützigen, unparteiischen und gewaltfreien Strukturen, die die Grundrechte und Werte, auf denen die EU beruht, fördern und schützen.

Förderkriterien

Zivilgesellschaftliche Organisationen, die aktiv Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Demokratie schützen und stärken, sind antragsberechtigt.

Um förderfähig zu sein,

  1. müssen die Antragstellenden (Begünstigte und angeschlossene Einrichtungen):
    1. eine juristische Person sein (öffentliche oder private Einrichtungen)
    2. gemeinnützig (nicht gewinnorientiert) sein;
    3. unabhängig von Regierungen, Behörden, politischen, religiösen oder kommerziellen Interessen sein;
    4. eine zivilgesellschaftliche Organisation sein; und
    5. ihren Sitz in einem der förderfähigen Länder haben, d. h. in einem der EU-Mitgliedstaaten (einschließlich der überseeischen Länder und Gebiete (ÜLG))
  2. Der/Die Antragstellende oder mindestens ein Partner, falls vorhanden, muss alle folgenden Voraussetzungen erfüllen:
    1. über nachgewiesene Erfahrung von mindestens 3 Jahren bei der Durchführung von Maßnahmen zum Aufbau von Kapazitäten bei zivilgesellschaftlichen Organisationen verfügen;
    2. nachgewiesene Erfahrung bei der Gewährung und Verwaltung von Finanzhilfen an zivilgesellschaftliche Organisationen haben;
    3. Der beantragte EU-Zuschuss darf nicht niedriger als 2 500 000 EUR oder höher als 4 000 000 EUR sein.
    4. Die Dauer des Projekts umfasst i.d.R. 36 Monate.

Förderprioritäten

Die Prioritäten dieses Aufrufs sind:

  • Sensibilisierung für Rechte und Werte durch Unterstützung von Organisationen der Zivilgesellschaft;
  • Stärkung des Schutzes und der Förderung der Werte der Union, einschließlich der Achtung der Rechtsstaatlichkeit;
  • Beitrag zu den demokratischen Werten, u. a. durch Unterstützung des Dialogs, der Transparenz und der verantwortungsvollen Staatsführung, auch in Fällen, in denen der Raum für die Zivilgesellschaft kleiner wird.

Die Anträge müssen die Bereitstellung finanzieller Unterstützung für zivilgesellschaftliche Organisationen vorsehen, die auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene tätig sind, die Grundrechte und die Werte der EU fördern und schützen und die Aktivitäten in den vom CERV-Programm abgedeckten Bereichen durchführen.

Die EU-Finanzierung sollte dazu beitragen, unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für die Förderung und den Schutz der Werte und Grundrechte der EU einsetzen und deren Aktivitäten zur strategischen Durchsetzung der Rechte aus dem EU-Recht und der Charta beitragen, zu unterstützen, zu befähigen und ihre Kapazitäten auszubauen.

Die Vorschläge sollten auf einer gründlichen Bewertung der Landschaft der zivilgesellschaftlichen Organisationen (in dem/den betreffenden Land/Ländern), der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, und ihrer Bedürfnisse beruhen und diese berücksichtigen.
Im Call-Dokument ist auf Seite 8 eine vorläufige Darstellung des Bewilligungssystems abgebildet.

Geförderte Aktivitäten

Die finanzierten Aktivitäten müssen den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit, der Grundrechte und der Demokratie entsprechen und diese fördern. Die Vorschläge müssen beide Kategorien von Aktivitäten umfassen:

  1. Finanzielle Unterstützung für Dritte (CSO) durch zwischengeschaltete Stellen
  2. Kapazitätsaufbau für zivilgesellschaftliche Organisationen

Andere relevante und innovative Aktivitäten können in Betracht gezogen werden.

1. Finanzielle Unterstützung Dritter (zivilgesellschaftlicher Organisationen) durch zwischengeschaltete Stellen

Die finanzielle Unterstützung Dritter wird als wesentlich für die Erreichung des Ziels dieser Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen angesehen und muss sich in der Mittelaufteilung angemessen widerspiegeln. Im Einklang mit dem vorliegenden Call und insbesondere mit den in diesem Abschnitt genannten Bedingungen und Einschränkungen müssen die Antragstellenden im Rahmen dieses Calls folgendes festlegen und in ihrem Antrag beschreiben:

  • die Ziele und Ergebnisse, die die Dritten mit der finanziellen Unterstützung erreichen sollen und die mit den Zielen und Prioritäten dieser Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen in Einklang stehen müssen;
  • den Höchstbetrag, der gewährt werden kann, und die Kriterien für die Festlegung des genauen Betrags der finanziellen Unterstützung für jeden Dritten;
  • die Arten von Organisationen, die eine finanzielle Unterstützung erhalten können;
  • die verschiedenen Arten von Aktivitäten, die für eine finanzielle Unterstützung in Frage kommen, auf der Grundlage einer festgelegten Liste;
  • das Verfahren zur Bewertung dieser Dritten und zur Gewährung der finanziellen Unterstützung sowie die Auswahl- und Vergabekriterien;
  • die Kommunikationsinstrumente und -kanäle, über die sie potenzielle Dritte erreichen werden.

Die obligatorischen Bedingungen für die Gewährung finanzieller Unterstützung (siehe o.g. Aufzählungspunkte) werden genau festgelegt.

Der Aufruf beschreibt im Detail die Vorgaben für folgende vier Aspekte (S. 9-10): (1) Auswahl von Dritten für die finanzielle Unterstützung: Vergabekriterien und Bewertungsverfahren, (2) Finanzielle Unterstützung für Dritte: Budget, Dauer und Ort, (3) Arten von Organisationen/Drittparteien, die finanzielle Unterstützung erhalten können, (4) Von den Dritten durchgeführte Aktivitäten.

2. Kapazitätsaufbau für zivilgesellschaftliche Organisationen (durch Intermediäre) durch:

  • technische und methodische Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Aktivitäten der zivilgesellschaftlichen Organisationen (z. B. Helpdesk während der Antragsphase, Unterstützung bei der Überwachung und Berichterstattung usw.)
  • Schulungen und Aufbau der Kapazitäten und der Nachhaltigkeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen (z. B. durch Coaching zur Stärkung des strategischen Denkens und der Managementkapazitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Schulungen zur Mittelbeschaffung, Schulungen zu Watchdog- und Advocacy-Methoden, Seminare zur Kommunikation, u. a. über soziale Medien und Videoerstellung, oder zur Stärkung der politischen Forschung und Analyse);
  • Thematische Schulungen für zivilgesellschaftliche Organisationen zum EU-Recht und zur EU-Politik sowie zu den Rechten und Werten, die in den EU-Verträgen, der Charta und den geltenden internationalen Menschenrechtskonventionen verankert sind; diese Kategorie von Aktivitäten ist obligatorisch.
  • Sensibilisierung der zivilgesellschaftlichen Organisationen für die Rechtsstaatlichkeit und die Kultur der Grundrechte in der EU und ihren Mitgliedstaaten;
  • Förderung und Erleichterung der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Organisationen untereinander und mit einschlägigen Akteuren im Hinblick auf die Förderung und den Schutz der Grundrechte und -werte in der EU.

Der Aufbau von Kapazitäten sollte als ein Konzept verstanden werden, das über die herkömmliche Auffassung von Ausbildung hinausgeht. Der Aufbau von Kapazitäten sollte als kontinuierliche Aufgabe durchgeführt werden und mit dem Konzept der lernenden Organisationen verknüpft sein.

Die Antragstellenden müssen zudem zum einen ein solides Verwaltungs- und Kontrollsystem einrichten und zum anderen einen Mechanismus zur Berichterstattung etablieren und beides in ihrem Antragsformular beschreiben. Was das Verwaltungs- und Kontrollsystem umfassen muss und welche Anforderungen an die Berichterstattung gestellt werden, ist im Call-Dokument (S. 11-12) ausgeführt.

Erwartete Resultate

(a) gestärkte Kapazitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für den Schutz und die Förderung der Rechte und Werte der EU einsetzen;

(b) ein förderlicheres Umfeld für zivilgesellschaftliche Organisationen

(c) effektivere, rechenschaftspflichtigere und nachhaltigere zivilgesellschaftliche Organisationen

(d) eine besser entwickelte Rolle von zivilgesellschaftlichen Organisationen als Interessenvertretung und “Überwacher” (watch dog)

(e) eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit an bürgerschaftlichen Aktivitäten

(f) verstärkte Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen an Politik- und Entscheidungsprozesse mit lokalen, regionalen und nationalen Regierungen;

(g) stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Rechte und Werte der EU;

(h) Stärkung der Handlungskompetenz von gefährdeten Gruppen;

(i) verstärkte regionale Zusammenarbeit innerhalb der Zivilgesellschaft.

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Gerne beantworten wir Ihre Fragen und beraten Sie rund um die Antragsstellung beim CERV-Programm – per E-Mail oder Telefon.

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