Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen zum Thema

Gewaltprävention

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Status

Offen

Beginn

08. Dezember 2022

Frist

19. April 2023

Budget

24.900.000 €

ID

CERV-2023-DAPHNE

Hinweis

Auszug (Inoffizielle Übersetzung)

Offizieller Titel

Verhinderung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewalt gegen Kinder

Ziele

NEU 2023: Allgemeines Ziel dieses Aufrufs ist es, unabhängige Organisationen der Zivilgesellschaft, die auf lokaler, regionaler, nationaler und transnationaler Ebene gegen geschlechtsspezifische Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder aktiv sind und sich für die Werte der EU einsetzen, zu unterstützen, zu stärken und ihre Kapazitäten auszubauen.

Zweck dieses Aufrufs ist es daher, eine begrenzte Zahl transnationaler, nationaler oder regionaler Akteur:innen/Vermittler:innen (Intermediäre) auszuwählen und zu unterstützen, die die Kapazitäten aufbauen und Finanzhilfen (d. h. weitere Auszahlung der Finanzhilfe - Re-granting) an eine große Zahl von Organisationen der Zivilgesellschaft weitergeben, die auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene tätig sind.

Im Rahmen des Re-Granting-Programms sollen die Vermittler:innen (Intermediäre) kleine und lokale zivilgesellschaftliche Organisationen vor Ort erreichen, einschließlich Organisationen in abgelegenen und ländlichen Gebieten, die im Bereich der Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder und andere gefährdete Gruppen tätig sind, wobei Organisationen Vorrang eingeräumt wird, die tendenziell über begrenztere Kapazitäten und/oder Zugang zu Finanzierungsquellen verfügen.

Unterstützte politische Initiativen: EU-Gleichstellungsstrategie, EU-Kinderrechtsstrategie, EU-Strategie für die Rechte von Opfern, Vorschlag für den Beitritt der EU zum Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention), Vorschlag für eine Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, Opferschutzrichtlinie, Empfehlung zu schädlichen Praktiken (geplant für Dezember 2022), LGBTIQ-Gleichstellungsstrategie, EU-Aktionsplan gegen Rassismus 2020-2025, strategischer Rahmen der EU zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma (2020-2030).

Förderkriterien

Um berechtigt zu sein:

1. Die federführenden Antragsteller:innen (Koordinator:innen) müssen alle folgenden Anforderungen erfüllen:

  • juristische Personen (öffentliche oder private Einrichtungen) sein 
  • in einem der förderfähigen Länder niedergelassen sein, d. h.:
    • EU-Mitgliedstaaten (einschließlich überseeischer Länder und Gebiete)
    • Nicht-EU-Länder: Länder, die mit dem CERV-Programm assoziiert sind, oder Länder, die sich in laufenden Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen befinden und wo die Vereinbarung vor Unterzeichnung der Finanzhilfe in Kraft tritt
  • nicht gewinnorientiert sein;

2. Mitantragsteller:innen (falls vorhanden) müssen formal juristische Personen (öffentliche oder private Einrichtungen) sein, in einem der förderfähigen Länder niedergelassen sein oder eine internationale Organisation in einem förderfähigen Land sein.

3. Die Aktivitäten müssen in einem der förderfähigen Länder stattfinden.

4. Die Projekte sollten eine Laufzeit von 36 Monaten haben.

5. Die beantragte EU-Finanzhilfe darf nicht weniger als 1 500 000 EUR oder mehr betragen als 3 000 000 Euro.

6. Das Projekt kann national oder transnational sein.

7. Der Antrag kann eine oder mehrere Organisationen umfassen (Hauptantragsteller:in (Koordinator:in) und Mitantragsteller:in).

8. Der/Die Antragstellende muss die beiden folgenden Bedingungen erfüllen: a. über eine nachgewiesene Erfahrung von mindestens 3 Jahren in der Umsetzung von Aktivitäten zum Aufbau von Kapazitäten von NROs verfügen; b. über aktuelle nachgewiesene Erfahrung in der Vergabe und Verwaltung von Zuschüssen verfügen.

Wird der Vorschlag von einem Konsortium eingereicht, muss das Konsortium beide oben genannten Kriterien erfüllen. Das bedeutet, dass sie entweder von mindestens einem Mitglied erfüllt werden können oder getrennt von verschiedenen Mitgliedern des Konsortiums.

Förderprioritäten

Im Rahmen dieses Aufrufs werden EU-Mittel unabhängige Organisationen der Zivilgesellschaft unterstützen, stärken und ihre Kapazitäten ausbauen, die sich für die Prävention und Bekämpfung
(1) aller Formen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen, auch im Migrationskontext, und häuslicher Gewalt sowie aller Formen von Gewalt gegen LGBTIQ-Personen und/oder
(2) aller Formen von Gewalt gegen Kinder, einschließlich Kinder im Migrationskontext, und Gewalt gegen gefährdete Gruppen wie Menschen mit Behinderungen einsetzen, insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Bereitstellung geschlechtsspezifischer Opferhilfe, die auf die besonderen Bedürfnisse der Opfer zugeschnitten ist, einschließlich spezifischer medizinischer und psychologischer Unterstützung, opferzentrierter und traumabasierter Dienste, Zugang zu nationalen Beratungsstellen, Zugang zur Justiz, verbesserter Zugang zu geeigneten Unterkünften, einschließlich umfassender Unterstützung für Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz;
  • Verhütung von Gewalt, unter anderem durch Sensibilisierung, Schulung von Fachkräften, die wahrscheinlich mit Opfern in Kontakt kommen, und Zusammenarbeit mit Straftätern; 
  • Bekämpfung von Geschlechterstereotypen als Ursachen für geschlechtsspezifische Gewalt;
  • Stärkung des integrierten Kinderschutzsystems durch Verbesserung von Prävention, Schutz, kinderrechtsbasierten und kinderfreundlichen Unterstützungsdiensten für (potenzielle) Kinderopfer/Zeug:innen von Gewalt und Schutzbedürftige, einschließlich multidisziplinärer Zusammenarbeit.

Die Anträge müssen die finanzielle Unterstützung Dritter enthalten. Die Vorschläge sollten sich auf eine gründliche Bewertung des Umfelds zivilgesellschaftlicher Organisationen (in dem/den abgedeckten Land/Ländern), der Herausforderungen, vor denen sie stehen, und ihrer Bedürfnisse stützen und eine solche Bewertung enthalten.

Die Vorschläge sollten klare Informationen über die letztendlichen Zielgruppen (Erwachsene oder Kinder oder beides) enthalten.

Geförderte Aktivitäten

Förderanträge müssen beide Hauptkategorien von Aktivitäten umfassen:

1) Finanzielle Unterstützung für Dritte (zivilgesellschaftliche Organisationen) durch Intermediäre, dazu gehören:

  • die Veröffentlichung von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, die Definition von Auswahl- und Vergabekriterien, die Bewertung von Anträgen und die Überwachung der Umsetzung;
  • die fachliche und methodische Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Aktivitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen (z.B. Helpdesk während der Bewerbungsphase, Unterstützung bei der Überwachung und Berichterstattung usw.)

2) Kapazitätsbildung für zivilgesellschaftliche Organisationen, dazu gehören:

  • Schulung und Aufbau der Kapazitäten und der Nachhaltigkeit zivilgesellschaftlicher Organisationen (z. B. durch Coaching zur Stärkung des strategischen Denkens und der Managementkapazitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen, Förderung eines auf Gleichstellungsfragen und Kinderrechten basierenden Ansatzes innerhalb zivilgesellschaftlicher Organisationen, Schulungen zur Mittelbeschaffung, Schulungen zu Advocacy-Methoden, Seminare zur Kommunikation, auch durch soziale Medien und Videoherstellung, oder Stärkung der politischen Forschung und Analyse);
  • Wissensaufbau und thematische Schulungen für zivilgesellschaftliche Organisationen zum EU-Recht und zur EU-Politik zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder, einschließlich Maßnahmen zum Schutz von Kindern und zum Schutz von Kindern;
  • Förderung und Erleichterung der Vernetzung zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und einschlägigen Interessensgruppen im Hinblick auf die Förderung und den Schutz der Grundrechte und -werte in der EU.

Aktivitäten, die von Dritten (zivilgesellschaftlichen Organisationen) durchgeführt werden, die finanzielle Unterstützung erhalten

Die von Dritten durchgeführten Aktivitäten sollten zielgerichtet, praktikabel und auf klar definierte Zielgruppen zugeschnitten sein. Bei Maßnahmen, die sich an Kinder richten, müssen Schutzvorkehrungen für Kinder und die Beteiligung von Kindern sichergestellt werden.
Die folgende Liste von Aktivitäten ist nicht erschöpfend; andere relevante und innovative Aktivitäten können in Betracht gezogen werden:

  • Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder, auch wenn solche Gewalt online  oder im Zusammenhang mit Menschen begangen wird, die vor der russischen Aggression gegen die Ukraine fliehen;
  • Koalitionen und Partnerschaften zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bereich Verhütung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder; koordinative und strategische Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und anderen Interessenträgern, öffentlichen oder privaten Einrichtungen;
  • Bereitstellung kostenloser Beratungs- und Überwachungstätigkeiten zu EU- und internationalen Politiken im Bereich der Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und/oder Gewalt gegen Kinder, wie die Istanbul-Konvention oder andere EU-Rechts- und Richtliniendokumente;
  • Förderung der Umsetzung verabschiedeter Gesetze im Bereich der Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder, einschließlich Verordnungen und Gerichtsverfahren;
  • Lobbying / Aktivitäten zur Einflussnahme auf politische und Entscheidungs-Prozesse, einschließlich Überarbeitung/Aktualisierung/Annahme von Strategien und Rechtsvorschriften im Bereich der Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder;
  • Forschung und Analyse als Grundlage für die Politikgestaltung auf EU- und nationaler Ebene, Entwicklung von Instrumenten und Standards zur Unterstützung der Strategien und Maßnahmen der EU zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder
  • Bereitstellung von gendersensiblen Unterstützungsangeboten für die jew. Zielgruppe, wie z.B. Opferunterstützung, die auf die besonderen Bedürfnisse der Opfer zugeschnitten ist, einschließlich spezifischer medizinischer Versorgung und psychologischer Unterstützung, opferzentrierte und traumainformierte Dienste, Zugang zu nationalen Notrufnummern, Zugang zur Justiz, bessere Zugänglichkeit von Notunterkünften, einschließlich umfassender Unterstützung für Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, Ausbildung von Fachleuten usw.;
  • Sensibilisierungs- und Kommunikations-/Informationsaktivitäten, die insbesondere darauf abzielen, Verbindungen/ Netzwerke zu schaffen und Gemeinschaften zu fördern im Bereich der Verhütung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt und/oder Gewalt gegen Kinder;
  • lokale Mobilisierung mit direkter Einbindung der Zielgruppen (z.B. Arbeit mit Überlebenden von Gewalt, mit kulturellen Mediator:innen, mit Gemeinschaftsvorständen usw.);
  • Bekämpfung von Geschlechterstereotypen als Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt, auch durch das Engagement von Männern und Jungen;
  • Arbeit mit Tätern oder mit von Straftaten bedrohten Personen;
  • Aktivitäten zu Prävention, Schutz und kinderrechtsbasierter und kindgerechter Unterstützungsdienste für Kinder, die (potenziell) Opfer/Zeug:innen von Gewalt sind und Schutzbedürftigen, die einen integrierten Ansatz sowie multidisziplinäre Zusammenarbeit gewährleisten;
  • Beitrag zur Entwicklung, Anpassung, Implementierung und/oder Bewertung oder Überwachung von Koordinierungsrahmen oder Aktionsplänen gegen Gewalt gegen Kinder sowie zu integrierten Kinderschutzsystemen;
  • Sensibilisierung und Kapazitätsaufbau zur Förderung der Beteiligung, der Eigenverantwortung und von Kenntnissen bei der Entwicklung, Anpassung und/oder beispielsweise der Umsetzung von Rechtsvorschriften und/oder Rahmen oder Maßnahmen, z. B. durch eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe (die sich regelmäßig trifft und über angemessene Entscheidungsbefugnisse verfügt), Verbesserung der Koordinierungsmechanismen und -verfahren (z. B. Protokolle);
  • Sensibilisierung für integrierte Kinderschutzsysteme für Kinder selbst oder die breite Öffentlichkeit.

Erwartete Resultate

  • Verstärkte Prävention aller Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen und häuslicher Gewalt, verstärkte Prävention von Gewalt gegen Kinder und besserer Schutz und Unterstützung für Opfer solcher Gewalt;
  • Stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für geschlechtsspezifische Gewalt und Gewalt gegen Kinder;
  • Verstärkte behördenübergreifende Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt;
  • Verstärkter Schutz und Unterstützung für gewaltbetroffene und schutzbedürftige Kinder; Stärkung der integrierten Kinderschutzsysteme;
  • Stärkung der Fähigkeit von Fachkräften, Gewalt gegen Kinder zu verhüten, aufzudecken und darauf zu reagieren, sowie Verbesserung der Kapazitäten und der Zusammenarbeit der einschlägigen Dienste untereinander;
  • gestärkte Kapazitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen, die diese Themen auf gleichstellungsorientierte und kinderrechtsbasierte und kinderfreundliche Weise angehen;
  • ein förderlicheres Umfeld für zivilgesellschaftliche Organisationen; 
  • effektivere, verantwortliche und nachhaltige zivilgesellschaftliche Organisationen;
  • eine besser entwickelte Interessenvertretungsrolle der zivilgesellschaftlichen Organisationen bei der Interessenvertretung;
  • eine stärkere Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Organisationen an politischen und Entscheidungsprozessen mit lokalen, regionalen und nationalen Regierungen und anderen relevanten Akteur:innen;
  • Stärkung der regionalen Zusammenarbeit innerhalb der Zivilgesellschaft.

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