Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen zum Thema

Geschichtsbewusstsein

Icon Bürgerbeteiligung und Teilhabe

Status

Angekündigt

Beginn

30. November 2021

Frist

24. März 2022

Budget

8.000.000 €

ID

CERV-CITIZENS-2022-REM

Hinweis

Auszug (Inoffizielle Übersetzung)

Offizieller Titel

Europäisches Geschichtsbewusstsein

Ziele

Unterstützung von Projekten zur Erinnerung an bestimmte Ereignisse in der modernen europäischen Geschichte, einschließlich der Ursachen und Folgen autoritärer und totalitärer Regime, und zur Sensibilisierung der europäischen Bürger:innen für ihre gemeinsame Geschichte, Kultur, ihr kulturelles Erbe und ihre Werte, um so ihr Verständnis für die Union zu verbessern, ihre Ursprünge, Ziele, Vielfalt und Errungenschaften sowie für die Bedeutung des gegenseitigen Verständnisses und der Toleranz.

Die politischen Initiativen der EU, die im Rahmen dieser Aufforderung unterstützt werden, sind:  
EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens (2021-2030); EU-Aktionsplan gegen Rassismus 2020-2025; EU-Roma-Strategierahmen für Gleichstellung, Integration und Teilhabe

Förderkriterien

Um förderfähig zu sein, müssen die Antragstellenden (Begünstigte und angeschlossene Einrichtungen) und ihre Förderanträge alle folgenden Anforderungen erfüllen:

  1. juristische Personen (öffentliche oder private Einrichtungen) sein und ihren Sitz in einem der förderfähigen Länder haben, d. h.: EU-Mitgliedstaaten (einschließlich der überseeischen Länder und Gebiete (ÜLG))
  2. öffentliche lokale/regionale Behörden oder gemeinnützige Organisationen sein, einschließlich Organisationen der Zivilgesellschaft, Vereinigungen von Überlebenden, Kultur-, Jugend-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
  3. Die Vorschläge müssen von einem Konsortium aus mindestens 2 Antragstellenden (Begünstigte; nicht verbundene Einrichtungen) eingereicht werden, das die erläuterten Bedingungen erfüllt; transnationale Projekte werden bevorzugt.
  4. Aktivitäten müssen in einem der förderfähigen Länder stattfinden;
  5. Die Laufzeit der Projekte sollte in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten liegen.

Förderprioritäten

Die Projekte müssen eine (oder beide) der folgenden politischen Prioritäten betreffen, die für 2022 festgelegt wurden:

1. Gedenken an und Forschung und Aufklärung zu Verbrechen, die unter totalitären Regimen begangen wurden

Das Gedenken an den Holocaust sowie Forschung und Bildung zum Holocaust bilden einen Schwerpunkt der Aufforderung. Projekte im Rahmen dieser Priorität sollten:

  • die europäische und transnationale Dimension des Holocausts, seine Ursachen und Folgen sowie die Auswirkungen auf die Gegenwart berücksichtigen;
  • und/oder in Betracht ziehen, Forschungsergebnisse, Gedenkstätten und Zeugnisse von Holocaust-Überlebenden in praktische Bildungsinstrumente für alle Teile der Gesellschaft umzuwandeln, insbesondere für Multiplikator:innen wie politische Entscheidungsträger:innen, Staatsbeamt:innen und gesellschaftliche Führungskräfte;
  • und/oder besonderes Augenmerk darauf legen, die Herausforderung der Holocaust-Leugnung und Verzerrung, offline und online, anzugehen.
     

2. Widerstand, demokratischer Übergang und demokratische Konsolidierung in der EU

Der Widerstand spielte eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Besatzung und den Sturz totalitärer Regime, und ebnete den Weg für demokratische Übergänge in Europa. Die Verstöße gegen Grundfreiheiten unter totalitären oder anderen Regimen wurden immer wieder von verschiedenen Teilen der Gesellschaft in Frage gestellt. Es ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, diese Vorgänge, Akteur:innen und Gruppen zu würdigen und zu feiern als Beispiele für die Verteidigung von Grundfreiheiten heute und in Zukunft.

Projekte im Rahmen dieser Priorität sollten:

  • den Widerstand und/oder die organisierte Opposition analysieren und hervorheben;
  • und/oder den demokratischen Übergang hervorheben, einschließlich der Versuche, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen;
  • und/oder sich darauf konzentrieren, wie der EU-Beitritt die demokratischen Standards und Praktiken der neuen Demokratien während des Beitrittsprozesses beeinflusst hat.

Neben einer Bilanz der in den letzten Jahrzehnten durchgeführten Erweiterungen könnten die Projekte auch die Gelegenheit bieten, sich mit künftigen Erweiterungen auf der Grundlage der gemeinsamen Europäischen Geschichte zu befassen.

Projekte, die sich mit einer der beiden oben genannten Prioritäten befassen, werden ermutigt, folgenden Aspekten Aufmerksamkeit zu schenken:

(a) der Rolle, Darstellung und Perspektive von Frauen bei diesen wichtigen historischen Ereignissen und Entwicklungen, um ein geschlechtergerechtes Verständnis der Geschichte zu ermöglichen;

(b) kleineren historischen Ereignissen auf lokaler und kommunaler Ebene, um eine Verbindung zwischen globaler, kontinentaler und lokaler Geschichte herzustellen;

(c) historischen Ereignissen, die im Allgemeinen unbekannt sind und/oder bisher nicht im Mittelpunkt der Forschung standen, die jedoch einen wichtigen Beitrag zur historischen Entwicklungen geleistet haben;

(d) den Zusammenhang zwischen historischen Ereignissen und der Gegenwart sowie deren Relevanz für die Gegenwart aufzeigen (z.B. negative Auswirkungen von Geschichtsrevisionismus wie Holocaust Verzerrung und Leugnung).

Die Bedarfsanalyse sollte auch eine Analyse der Gleichstellung der Geschlechter umfassen. Die Erkenntnisse aus dieser Gender-Analyse sollten in die Konzeption und Umsetzung des Projekts einfließen. Auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Aktivitäten sollten Antragstellende gegebenenfalls die unterschiedlichen Situationen und Bedingungen für Frauen und Männer berücksichtigen.

Geförderte Aktivitäten

Von den Projekten wird erwartet, dass sie:

  • verschiedene Arten von Organisationen einbinden (lokale Behörden, Organisationen der Zivilgesellschaft, Forschungs- und Archivinstitute, Universitäten, kulturelle Organisationen, Gedenk- und Lernstätten usw.)  und darauf ausgerichtet sind, eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren, vor allem zwischen Forschung, Gedenkstätten und öffentlichen Behörden
  • verschiedene Arten von Aktivitäten entwickeln (Schulungsaktivitäten, Veröffentlichungen, Online-Tools, Forschung, inkl. Provenienzforschung, non-formale Bildung, öffentliche Debatten, Ausstellungen, Sammlung und Digitalisierung von Zeugnissen, innovative und kreative Maßnahmen usw.) und sicherstellen, dass diese Aktivitäten für Frauen und Männer gleichermaßen zugänglich sind. Im Einklang mit der EU-Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus wäre die Entwicklung eines Netzwerks junger Botschafter:innen zur Förderung des Gedenkens an den Holocaust in Schulen, Universitäten und Einrichtungen der beruflichen und allgemeinen Bildung eine besonders interessante Aktivität;
  • Menschen aus verschiedenen Zielgruppen einbeziehen und für eine ausgewogene Repräsentation sorgen (in Bezug auf Alter, kulturellen und sozialen Hintergrund usw.), wobei ein starker Fokus auf Multiplikator:innen gelegt wird (politische Entscheidungsträger:innen, Staatsbeamt:innen, Meinungsführer:innen, ...etc.);
  • vorzugsweise auf transnationaler Ebene durchgeführt werden, wenn dies einen Mehrwert für das Projekt darstellt (Etablierung dauerhafter transnationaler Partnerschaften und Netzwerke);
  • die Erinnerung an und das Erbe von Verbrechen teilen und fördern, die von totalitären Regimen begangen wurden, sowie Maßnahmen zur Eindämmung von Verzerrung und Leugnung teilen und fördern;
  • eine gemeinsame Erinnerungskultur und das gegenseitige Verständnis zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund fördern

Erwartete Resultate

  • Sensibilisierung für das historische Gedächtnis und die Erinnerung in Europa, unter anderem durch die Entwicklung von Aktivitäten, die Erinnerung mit Bürgerbeteiligung und Demokratie im weitesten Sinne verbinden;
  • im Bereich von Projekten im Zusammenhang mit dem Holocaus: einen Meinungsaustausch über nationale Grenzen hinweg ermöglichen und einen europäischen Ansatz zur Vergangenheit befördern sowie die Digitalisierung von Zeugnissen von Überlebenden, um die Erinnerung zu bewahren;
  • eine europäische Dimension zu relevanten Debatten über wichtige historische Ereignisse und Momente der jüngeren europäischen Geschichte hinzufügen;
  • Beitrag zur dauerhaften Veränderung der Haltung der Teilnehmer:innen gegenüber der EU und ihrer Geschichte, Werte und Kultur;
  • Bekämpfung historischer Verzerrungen und Leugnung des Holocaust
  • Identifizierung, Sicherung und Bereitstellung insbesondere von Online-, Archivmaterial, Zeugnissen und authentischen Orten für Bildungszwecke, Gedenken und Forschung,
  • Verankerung einer gemeinsamen Kultur der Achtung der Grundrechte und der EU-Werte in der Zielgruppe.

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