Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen zum Thema

Bürgerengagement

No alt text

Status

Angekündigt

Beginn

1. Quartal 2023

Frist

Keine bislang

Budget

25.000.000 €

ID

CERV-2023-CITIZENS-CIV

Hinweis

Auszug (Inoffizielle Übersetzung)

Offizieller Titel

Bürgerengagement und -beteiligung

Ziele

Förderung der Beteiligung von Bürger:innen und repräsentativen Vereinigungen am demokratischen und staatsbürgerlichen Leben in der Union und ihres Beitrags dazu, indem ihre Ansichten in allen Bereichen des Handelns der Union bekannt gemacht und öffentlich ausgetauscht werden.

Zu den unterstützten politischen Initiativen gehören: Europäischer Aktionsplan für Demokratie, EU-Bürgerschaftsbericht 2020, Strategie zur verstärkten Anwendung der Charta der Grundrechte in der EU, Empfehlung der Kommission zum Schutz von Journalist:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen, die sich für die Beteiligung der Öffentlichkeit einsetzen, vor offensichtlich unbegründeten oder missbräuchlichen Gerichtsverfahren ("Strategische Klagen gegen die Beteiligung der Öffentlichkeit"), Mitteilung vom 25. November 2021 über den Schutz der Integrität von Wahlen und die Förderung der demokratischen Beteiligung

Förderkriterien

Antragsberechtigte: Private Organisationen ohne Erwerbszweck, einschließlich Organisationen der Zivilgesellschaft, Bildungs-, Kultur- oder Forschungseinrichtungen und Universitäten.

Die Höchstdauer des Projekts sollte 24 Monate nicht überschreiten.
 

Förderprioritäten

Der Aufruf erscheint nur 2023!

Mit diesem Aufruf sollen Projekte unterstützt werden, die von transnationalen Partnerschaften und Netzwerken unter direkter Beteiligung der Bürger:innen durchgeführt werden. Diese Projekte werden ein breites Spektrum von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in Aktivitäten zusammenbringen, die direkt mit der EU-Politik verbunden sind, und ihnen die Möglichkeit geben, sich aktiv am politischen Entscheidungsprozess der EU zu beteiligen und so zum demokratischen und bürgerlichen Leben der Union beizutragen. Die Projekte sollen das Verständnis der Bürger:innen, einschließlich junger Menschen, für den politischen Entscheidungsprozess fördern, ihnen in der Praxis zeigen, wie sie sich am demokratischen Leben der EU beteiligen können, und sie in die Lage versetzen, ihre Ansichten in allen Bereichen des Handelns der Union bekannt zu machen und öffentlich auszutauschen.

Die Aufforderung bietet die Möglichkeit, eine Vielzahl von Politikbereichen abzudecken und zur Förderung der Werte der EU, der Rechtsstaatlichkeit, der Grundrechte und der Demokratie beizutragen.

Die Projekte sollten die demokratische Teilhabe unterstützen, unter anderem durch die Anregung und Organisation von Reflexionen, Debatten oder anderen Aktivitäten. Sie sollten auch praktische Lösungen vorschlagen, die durch Zusammenarbeit oder Koordinierung auf europäischer Ebene umgesetzt werden können, den Austausch bewährter Verfahren unterstützen und eine praktische Verbindung zum politischen Entscheidungsprozess gewährleisten.

Unter Beibehaltung eines Bottom-up-Ansatzes wird ein besonderer Schwerpunkt auf die nachstehend genannten Prioritäten gelegt: 

NEU 2023: 1. Förderung der demokratischen Teilhabe durch Debatten über die Zukunft Europas

Im Rahmen dieser Priorität wird den Bürger:innen die Möglichkeit gegeben, ihre Vorstellungen von einem Europa zu äußern und ihre langfristige Vision für die Zukunft der europäischen Integration zu skizzieren. Ziel der Projekte ist es, ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl zur Europäischen Union und zu den Werten der Union zu fördern. Die Ergebnisse der Konferenz über die Zukunft Europas und die Sammlung der Ideen der Bürger:innen, die in ganz Europa diskutiert und ausgetauscht wurden, können als Ausgangspunkt für Aktivitäten im Rahmen dieser Priorität dienen.

Was: Die Bürger:innen sind aufgefordert, sich durch Projekte oder durch ihr aktives Engagement an dieser Debatte zu beteiligen, um über eine neue, bürgernahe, zukunftsorientierte und konstruktive Darstellung Europas nachzudenken, die vor allem die jüngere Generation stärker anspricht.

Wie: Ziel dieser Prioritätsachse ist es, die Bürger:innen zu befähigen, sich in die Entscheidungsfindung von der lokalen bis zur EU-Ebene einzubringen, indem Wege zur weiteren Stärkung der europäischen Dimension und der demokratischen Legitimität des EU-Entscheidungsprozesses aufgezeigt werden. Die Projekte sollten den teilnehmenden Bürger:innen zeigen, wie sie sich bei den zuständigen politischen Behörden und Entscheidungsträger:innen Gehör verschaffen können, und ihnen so helfen, in der Praxis etwas zu bewirken. Dies könnte durch den Austausch von Bürgermeinungen unter Verwendung bestehender demokratischer Beteiligungsinstrumente (soziale Plattformen, Foren, öffentliche Konferenzen) erreicht werden. Es könnte aber auch durch den Austausch von Praktiken zwischen den Mitgliedstaaten sowie durch gegenseitiges Lernen über die Instrumente und Strategien erreicht werden, die zur Herbeiführung des Wandels eingesetzt werden müssen (z. B. wie man Kampagnen zu dem Thema durchführt, wie man die Wirkung der zu treffenden Entscheidungen maximiert).

Die Projekte können sich auch mit der Frage befassen, wie die Wähler:innen (einschließlich der Erst-/Jungwähler:innen) erreicht und ihre Teilnahme an den Wahlen unterstützt werden kann. Dazu gehört auch die Förderung der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen und unterrepräsentierte Gruppen wie Frauen oder Wähler:innen, die in abgelegenen Gebieten leben, und die Schaffung einer Dynamik für ihre aktive demokratische Beteiligung an der EU auf allen Ebenen. Die Projekte könnten auch das Engagement der Bürger:innen zur Unterstützung freier und fairer Wahlen und einer fairen demokratischen Debatte fördern, das Bewusstsein für den Europäischen Aktionsplan für Demokratie und die EU-Bürgerschaftsberichte schärfen und diese unterstützen sowie das Bewusstsein für das Demokratiepaket vom November 2021 schärfen, das die Transparenz politischer Werbung und die Rechte mobiler EU-Bürger:innen umfasst.

Gefördert werden auch Projekte zur Entwicklung innovativer demokratischer Ansätze und Instrumente (insbesondere digitaler "E-Demokratie"-Instrumente), die den Bürgerinnen und Bürgern dabei helfen, sich Gehör zu verschaffen und ihre Ansichten zu allen Bereichen der EU-Maßnahmen öffentlich auszutauschen.

2. Einbindung von Bürger:innen und Gemeinden in Diskussionen und Maßnahmen in Bezug auf unser Klima und unsere Umwelt

Diese Priorität soll das Engagement der Bürger:innen und Gemeinschaften in Diskussionen und Maßnahmen im Zusammenhang mit unserem Klima und unserer Umwelt fördern. Die Umstellung auf eine "grüne" Lebensweise kann nur funktionieren, wenn die Bürger:innen umfassend in die Gestaltung der neuen Politik einbezogen werden. Die Menschen sorgen sich um ihre Arbeitsplätze, um die Beheizung ihrer Häuser und darum, wie sie über die Runden kommen. Daher müssen sie in der Lage sein, sich in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen, wenn der Green Deal erfolgreich sein und einen dauerhaften Wandel bewirken soll.

Die Zivilgesellschaft und die Verbände sollten Bürgerdialoge fördern, die die Bürger:innen in ihrer ganzen Vielfalt zusammenbringen, um Klima- und Umweltfragen zu diskutieren und den Entscheidungsträgern Lösungen vorzuschlagen.

NEU 2023: 3. Einbindung von Bürger:innen und Gemeinschaften in Diskussionen und Maßnahmen zum Thema Solidarität 

Die Europäische Union beruht auf Solidarität: Solidarität zwischen den Menschen, Solidarität über die Grenzen zwischen ihren Mitgliedstaaten hinweg und Solidarität durch Unterstützungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb der Union. Solidarität ist ein gemeinsamer Wert, der Zusammenhalt schafft und eine Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen wie die jüngste Fluchtmigration aus der Ukraine und Migration aus anderen Staaten darstellt. Sie öffnet die Tür zu mehr gesellschaftlichem Engagement der Bürger:innen und letztlich zu ihrer aktiven Beteiligung am demokratischen Leben der Union, auch für diejenigen, die sich bisher vielleicht nicht aktiv daran beteiligt haben.

Im Rahmen dieser Priorität werden die Projekte den Bürger:innen die Möglichkeit geben, das Thema Solidarität als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen (z. B. die Fluchtmigration, die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung) zu diskutieren und bestehende Solidaritätsmechanismen in der EU zu untersuchen. Menschen, die der Solidarität bedürfen und sich in einer prekären Situation befinden, sollen an den Diskussionen teilnehmen. Um die Beteiligung der Bürger:innen an den Solidaritätsaktivitäten zu fördern, werden die Projekte über Politikbereiche nachdenken, in denen solche gemeinsamen Mechanismen nützlich sein und entwickelt werden könnten, wobei auch andere mögliche Kanäle der europäischen Solidarität wie Freiwilligenarbeit, Spenden, Stiftungen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Wohltätigkeitsorganisationen, Crowdfunding usw. berücksichtigt werden. Von den Projekten wird erwartet, dass sie die Solidaritätsarbeit des zivilgesellschaftlichen Sektors fördern, indem sie die Bürger:innen direkt in die Überlegungen und Aktivitäten zur Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen einbeziehen und den Austausch bewährter Verfahren fördern.

4. Bekämpfung von Desinformation und anderen Formen der Einmischung in die demokratische Debatte und Förderung der Medienkompetenz

Die Bürger:innen sollten Zugang zu einer Vielzahl nachprüfbarer Informationen haben, um sich in Kenntnis der Sachlage an öffentlichen Debatten beteiligen und ihren Willen in freien und fairen demokratischen Prozessen zum Ausdruck bringen zu können. Die Verbreitung von Desinformationen und Fehlinformationen im Internet kann eine Reihe von Folgen haben, z. B. die Bedrohung unserer Demokratien, die Polarisierung von Debatten und die Gefährdung von Gesundheit, Sicherheit und Umwelt der EU-Bürger:innen. Die EU geht gegen die Verbreitung von Desinformationen und Fehlinformationen im Internet vor, um den Schutz der europäischen Werte und demokratischen Systeme zu gewährleisten.

Ziel dieser Priorität ist es, Projekte zu finanzieren, die gegen Desinformation und andere Formen der Einmischung in die demokratische Debatte vorgehen und die Bürger:innen in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen, indem sie ihnen helfen, Desinformation zu erkennen und die Medienkompetenz zu fördern. Diese Projekte werden auch zur Bekämpfung von Fake News, Hassreden und populistischen Äußerungen in den Medien, einschließlich der sozialen Medien, beitragen. Die Projekte umfassen spezielle Aktivitäten für junge Menschen (aktuelle und künftige Wähler:innen).

Diese Liste der Prioritäten ist nicht erschöpfend. Die Antragsteller:innen können sich auch mit anderen Prioritäten in allen Bereichen der EU-Maßnahmen befassen, solange diese Prioritäten mit dem Ziel dieses Aufrufs in Einklang stehen.

Jedes Projekt kann sich mit mehreren der oben genannten Prioritäten befassen. Projekte, die nicht nur die Meinung der Bürger:innen einholen, sondern auch dafür sorgen, dass diese bekannt wird und Wirkung zeigt, werden besonders gefördert.

Es wird erwartet, dass die Projekte vielfältige Partnerschaften umfassen, wobei der zivilgesellschaftliche Sektor eine wichtige Rolle spielen sollte.
 

Geförderte Aktivitäten

Die Projekte sollten Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund bei Aktivitäten zusammenbringen, die direkt mit der EU-Politik verbunden sind. Die Projekte sollten die Möglichkeit zur direkten Beteiligung am politischen Entscheidungsprozess bieten und so die Voraussetzungen für einen stärkeren Bottom-up-Ansatz und einen integrativeren politischen Entscheidungsprozess schaffen, der das bürgerschaftliche und demokratische Engagement fördert. Von den Projekten wird erwartet, dass sie: (i) verschiedene Arten von Organisationen umfassen (d. h. gemeinnützige Organisationen, einschließlich Organisationen der Zivilgesellschaft, Bildungs-, Kultur- oder Forschungseinrichtungen, öffentliche lokale/regionale Behörden oder Universitäten); und (ii) Veranstaltungen wie Debatten, Konferenzen, Seminare, Kampagnen, Workshops und kulturelle Aktivitäten umfassen. 

Mit diesem Aufruf werden Aktivitäten unterstützt, die zur Förderung von Demokratie, Integration und demokratischer Beteiligung in der EU beitragen. Dazu gehören beispielsweise: (i) Förderung des gesellschaftlichen Engagements durch Debatten, Kampagnen, Sensibilisierungsmaßnahmen, Konferenzen, Workshops usw. zu Themen, die für die Prioritäten der Aufforderung relevant sind, und Herstellung einer Verbindung zur europäischen politischen Agenda und zum politischen Entscheidungsprozess; (ii) Einholung der Meinungen von Einzelpersonen durch einen Bottom-up-Ansatz (einschließlich Nutzung sozialer Netzwerke, Webinare usw.) und Medienkompetenz; (iii) Förderung des Austauschs zwischen EU-Bürger:innen über EU-bezogene Themen, um ein besseres Verständnis für unterschiedliche Perspektiven zu schaffen; und (iv) Ermittlung möglicher Lösungen und Empfehlungen, die den zuständigen lokalen politischen Behörden und Entscheidungsträger:innen vorgelegt werden.

Aktivitäten, die bestimmte politische Parteien unterstützen, werden nicht gefördert, unabhängig von den Gründen für die Antragstellung oder den Zielen.

Erwartete Resultate

  • Stärkung des Bewusstseins der Bürger:innen für ihre Rechte und die Werte der EU und Stärkung ihres Engagements in der Gesellschaft und gegenüber der EU;
  • Vertiefung der Kenntnisse der Menschen über die EU-Institutionen und die EU-Politik und besseres Verständnis der Errungenschaften und Vorteile der EU
  • Stärkung der demokratischen Teilhabe, mit besonderem Augenmerk auf die Einbeziehung von jüngeren und älteren Menschen, Frauen in ihrer ganzen Vielfalt, mobilen EU-Bürger:innen und Menschen mit Behinderungen;
  • Erreichen derjenigen Bürger:innen, die sich im Alltag nicht aktiv an der Bürgerbeteiligung beteiligen;
  • den Bürger:innen die Möglichkeit geben, ihre Ansichten und Anliegen den politischen Entscheidungsträgern auf allen Ebenen mitzuteilen

Sie haben Fragen?

Gerne beantworten wir Ihre Fragen und beraten Sie rund um die Antragsstellung beim CERV-Programm – per E-Mail oder Telefon.